Missionshaus St. Michaël


1875

Eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des Limburgs im 19. Jahrhundert ist Arnold Janssen (1837–1909). Er lässt sich 1875 gewissermaßen als religiöser Verbannter in Steyl nieder. Unter schwierigen Umständen bezieht er das leerstehende Gasthaus der Familie Ronck. Was darauf folgt, ist eine außergewöhnliche Leistung, eine wahre Tour de force.

1875 gründet er ein Missionsseminar, aus dem zehn Jahre später die Missionskongregation der Gesellschaft des Göttlichen Wortes hervorgeht. 1889 ist er Inspirator und Mitbegründer der Kongregation der Missionsschwestern Dienerinnen des Heiligen Geistes. Weitere sieben Jahre später folgt die Gründung der Kongregation der Anbetungsschwestern Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung.

Das verschlafene Dörfchen Steyl wird in einen Strudel der Veränderungen hineingezogen. Unter der inspirierenden Leitung Janssens entstehen innerhalb weniger Jahre Klöster, eine beeindruckende Doppelkirche und eine Druckerei für geistliche Literatur. Rundherum werden Klostergärten mit Friedhöfen für Ordensangehörige angelegt.


1876

Doch alles beginnt in einem eher schlichten Wirtshaus an der Maas. Die Herberge Ronck erweist sich bereits wenige Monate nach Janssens Ankunft in Steyl als zu klein – und erst recht zu klein für seine Ambitionen. An einem schönen Augusttag des Jahres 1876 wird der erste Spatenstich für ein neues Kloster gesetzt, das direkt vor der Herberge errichtet wird.

Das heutige Missionshaus St. Michael ist über hundert Meter lang und entsteht bis 1912 in mehreren Bauphasen. Das Äußere hat sich kaum verändert. Zur Straßenseite hin ist das Gebäude nach innen gekehrt und strahlt eine nüchterne Schlichtheit aus.


Der Haupteingang

Der Haupteingang des Missionshauses befindet sich an der Straßenseite. In der Eingangshalle fällt der Blick sofort auf ein Porträt von Arnold Janssen, der an seinem Schreibtisch sitzt, im Hintergrund eine Weltkarte und das Kloster der Missionsschwestern. Es wurde von Bruder Lucas Kolzem (1859–1945) gemalt, einem begnadeten Künstler.

Das Missionshaus ist eine spirituelle Kraftzentrale: Gäste aus unter anderem den Niederlanden, Deutschland und Belgien kommen hierher zur Ruhe, Retreat und zur Spiritualität. Das Missionshaus ist zugleich das Epizentrum für Patres, Brüder und Schwestern der Missionsstationen in aller Welt. Was Assisi für die Franziskaner bedeutet, ist Steyl für die Ordensgemeinschaften, die Arnold Janssen gegründet hat. Hier an der Maas in Limburg liegt ihre klösterliche und geistliche Wiege.

Auch die Fassade des Missionshauses zur Maas hin ist besonders interessant. Sie ist offener und verspielter gestaltet. Fassadensteine mit Markierungslinien erinnern an die Hochwasser der Jahre 1926, 1993 und 1995. Eine selbstschließende Hochwasserschutzanlage soll künftige Überschwemmungen verhindern.


Je raakt niet uitgekeken in Steyl

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Klosterdruckerei

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Entstehungsgeschichte des Klosterdorfes Steyl

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Klostergarten gegenüber dem Missionshaus

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Kloster St. Gregor

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Das Kesselhaus

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Mansarddachhaus

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