Das Kloster des Heiligen Geistes der Rosa Schwestern in Steyl


Rosa Schwestern

Alle in Steyl kennen die Rosa Schwestern. Aber wer kennt sie wirklich? Die Ordensfrauen führen ein besonderes Leben. Ihrem Leben liegt eine Entscheidung zugrunde, die heute nur noch wenige treffen: sich aus der Welt zurückzuziehen und in einem nach innen gekehrten Kloster zu leben. Ihre Tage – und oft auch ihre Nächte – mit Beten und Arbeiten zu füllen.

Im Volksmund werden sie wegen ihres rosafarbenen Habits die Rosa Schwestern genannt. Bei der Arbeit im Garten oder in der Küche tragen die Schwestern jedoch ein blaues Kleid. Außerhalb des Klosters, etwa bei einem Besuch beim Zahnarzt oder Arzt, tragen sie unauffällig ein schlichtes Grau.


1896

Im Jahr 1896 gründete Arnold Janssen eine kontemplative Kongregation. Seit Jahrhunderten ist das Klosterleben in aktiv und kontemplativ unterteilt. Die Kontemplativen führen ein Leben, das ganz der Suche nach Gott gewidmet ist – eine Verbindung von Gebet und Arbeit zum Lebensunterhalt, von ora et labora. Oft verbringen sie ihr gesamtes Ordensleben an einem einzigen Ort. Die Rosa Schwestern von Steyl heißen offiziell: die Klausurschwestern Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung. In der Tat ein Zungenbrecher.

Die Schwestern leben in strenger Klausur, das heißt in stiller Zurückgezogenheit und Abgeschiedenheit. Der Kontakt zur Außenwelt erfolgt vor allem schriftlich. Ein klassischer Brief ist dabei am gebräuchlichsten, doch auch E-Mails sind möglich – denn im Kloster gibt es Internet. Der Kontakt zur Familie beschränkt sich meist auf wenige Skype-Verbindungen pro Jahr. Auch ein Fernseher ist vorhanden. Dieser wird jedoch nur äußerst selten genutzt – etwa wenn der Papst zu sehen ist oder Mitglieder des Königshauses.

Wer eine Schwester sprechen möchte, wird durch ein Gitter von ihr getrennt. Im Mittelpunkt ihres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht das Gebet. Vor dem Altar in der Klosterkapelle beten die Schwestern im Wechsel. Nachts lösen sie sich stündlich ab, tagsüber alle halbe Stunde. Der Tag beginnt um Viertel vor fünf und endet um neun Uhr abends. Neben Meditation, Eucharistiefeier und Gebet wird der Tag mit Arbeit im Kloster und im Garten sowie mit Erholungszeiten gefüllt.


1912

Mit dem Bau des Klosters der Rosa Schwestern wurde im Dezember 1912 begonnen. Der erste Stein stammt aus der Katakombe der heiligen Agnes in Rom. Im Sommer 1914 bezogen sie ihr neues Haus, das von Pater Bruno Moechel entworfen wurde und an dem zahlreiche Brüder des Missionshauses mitgearbeitet haben.

Über dem Eingang befindet sich eine Darstellung des Heiligen Geistes, symbolisch als Taube dargestellt. Die Inschrift lautet: „Unter dem Schatten deiner Flügel wohnen wir“. Links und rechts davon stehen die Erzengel Michael und Gabriel.

Wenn wir dem Schild „Kapelle“ folgen, gelangen wir in einen für die Öffentlichkeit zugänglichen, modern eingerichteten Seitenflügel der Klosterkapelle. Durch das Gitter haben wir Blick auf den Altarraum und einen Teil der Chorgestühle, in denen die Schwestern bei gemeinsamen Gottesdiensten Platz nehmen. In der Kapelle herrscht vollkommene Stille, die alle Besucher respektieren müssen. Die Atmosphäre ist sehr besonders. Für viele Menschen aus der Umgebung ist dies ein Ort der Besinnung und Vertiefung.


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Missionshaus St. Michaël

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Klostergarten gegenüber dem Missionshaus

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